Schönes China Moganshan

Es ist mal wieder so weit 🙂 Shanghaikoller…
Nach ein paar Wochen mit “dicker” Luft in Shanghai muss ich raus. Also schnell ne massage an Ayuan, den MTB Guide meines Vertrauens geschickt und schon ist das Wochenende am Moganshan fix.

Der Moganshan ist eine Bergregion 300km westlich von Shanghai wo es im Sommer schon seit langer Zeit die Reichen hinzieht. Hier ist es immer etwas kühler als in Shanghai, die Bambuswälder haben ein schönes grün und die Luft ist auch besser.

Frisch angekommen wurden wir von Zikaden, wie ich sie in der Menge selbst in Frankreich noch nicht erlebt habe begrüßt.

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Am nächsten Morgen ging es dann direkt, nach dem Doping meiner Mitfahrer los,

DSC04030direkt von der schönen Unterkunft aus mit dem bike Richtung Spaß :).

DSC04036Fast wie im Bergischen hier… 🙂DSC04042Naja vielleicht ein wenig mehr Bambus…DSC04038

DSC04071Bin nicht Letzter :)!!!DSC04089 Verschlungene Trails, ein Traum!!!DSC04109Einschlagsmarkierung der Schulter im Nahkampf mit dem Bambustrail ;).
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DSC04103 DSC04104Teefelder so weit das Auge blickt :).

DSC04073DSC_9852Kurze Pause auf der Abfahrt
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Break zum Kräfte sammeln…DSC_9828Na das ist eine gute Entschuldigung, warum die Abfahrt so lange gedauert hat…DSC04064

Reisfelder im Tal
DSC04133 DSC04117DSC04104Auch der Guide muss kämpfen :).
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Zurück an der base:DSC04138Regendusche 🙂
DSC_9864Unterkunft mit geilem Pizzaofen…DSC04205 DSC04203DSC04209 Bar mit Espressomaschine!!!DSC04031Nachmittags geht es zum paddeln an einen kleinen, sehr schönen und kühlen See 🙂DSC04225DSC04155 DSC04169 Ayuan, der Guide, hat in 20min. die Rolle gelernt 🙂 –> good job :)!DSC04188Auf der Rückfahrt nach Shanghai waren wir Sonntags dann noch an einem anderen See und habe die Seekajaks ausprobiert.DSC04226SeekyakHier am See sieht man irre Sachen, z.Bsp. Schildkrötentaucher, mit Gartenschläuchen 🙂
DSC04262 DSC04263Nach dem Paddeln noch schnell was essen und vorbei ist das Wochenende 🙂DSC04248Hmm Hühnersuppe, mit ganzen Köpfen :)…
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Schönes China Zhoushan Island (Camping)

Nachdem ich von meinem schönen Deutschlandbesuch Dienstags im Office in Shanghai angekommen war erfuhr ich nebenbei, dass am kommenden Montag Drachenbootfest ist und an so einem Tag kann man in China natürlich nicht arbeiten :).

Ein langes Wochenende stand an und ich hatte es sträflicher weise versäumt, mir einen Plan zu machen. In Shanghai zu bleiben wäre viel zu schade, ein Plan muss her :).

Erst einmal wurde der Freundeskreis nach Mitstreitern abgeklappert, Wang Long nahm den Mund etwas zu voll und war schnell als Reisepartner verpflichtet :).

Nun gab es nur noch die Frage wo hin und wie. Pläne wie Südkorea, Taiwan, Hong Kong und Japan fielen schnell aus da Long hierfür kein Visum in time bekommen würde. In der näheren Umgebung von Shanghai gibt es mehrere Inseln, die riesige Hangzhou bay und die Gelben Bere Huang Shan, was tun?! Die Zeit lief und wir entschieden uns für eine Insel vor Ningbo, es gibt hier Übernachtfähren die morgens um 8 Uhr ankommen. Da Long nun ein bike von mir bekommen hat wollten wir natürlich mit den bikes auf die Insel und dann mit dem Zelt die Insel erkundigen.
Freitag morgen stellte sich heraus, dass die Fähre entgegen den vorherigen Informationen nicht bereit ist unsere bikes mitzunehmen, also schnell umplanen, Long schaffte es heldenhaft die Busfirma anzurufen und eine chinesische Zusage für die Mitnahme der bikes zu erhalten. Um 18 Uhr fährt der letzte Bus vom Busbahnhof Lupo bridge, es ist nun 15:45 und wir sind noch im Büro, gepackt habe ich auch noch nicht, dass wird alles etwas knapp…
Die chinesische Zusage war, dass es keine feste Zusage gibt… es kommt auf das Gepäck der anderen Reisenden an, den Busfahrer, die Ticket Dame und was weiß ich noch alles…

Mit gemischten Gefühlen, einem 15kg Rucksack und schweißgebadet kamen wir dann um 17:45 an und schafften es erstaunlich unspektakulär die Tickets zu kaufen.

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Der Busfahrer war auch kooperativ (Lauwai Bonus – Ausländerbonus); Long sagte später, er alleine hätte sicherlich größere Probleme gehabt das bike in den Bus zu bekommen.

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DSC030154,5 Std. später standen wir dann mitten in der Nacht auf unserer Ferieninsel und ich schraubte erst einmal wieder mein bike zusammen.

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Nach 15 min. strampeln kamen wir an der Brücke zu der kleinen Schwesterinsel, dessen wunderschöner Südstrand unser Ziel war. Wir entschieden uns, diese geschichtsträchtige Überquerung erst am kommenden Tag vorzunehmen und checkten erst einmal in einem recht luxuriösen Hotel ein.

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Am kommenden Morgen ging es dann via bike los, das Wetter war Ok und wir rollten gemächlich zum Südstrand.

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Dort angekommen wollten wir uns dann rechts halten, auf google maps konnte man ein paar einsame Strände ausmachen, dort ein Zelt aufzuschlagen muss ein Traum sein, dachten wir uns.

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Unterwegs noch schnell etwas Verpflegung gekauft 🙂

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Natürlich geht das alles in China alles nicht so einfach, nach ein paar km war eine Art Nationalpark Sperre wo man Eintritt bezahlen musste und da Fahrradfahren so gefährlich ist und die Straßen so eng dürfen hier keine Radler rein.

Ich wäre einfach weitergefahren und hätte geschaut, was passiert. Wang Long kämpfte aber beherzt um Einlass. Letzten Endes brachte es aber nichts und wir mussten umkehren. Einen Tipp, wo es einen öffentlichen Strand gibt hatten die Schrankenwärter uns noch mit auf den Weg gegeben.

Mit sehr kleinen Erwartungen, was einen öffentlichen Strand in China betrifft, ging es dann zurück und noch ein wenig weiter, bis zu dem öffentlichen Strand. Nach dem Überqueren der ersten Müllzone sah der Strand dann gar nicht einmal so schlecht aus und wir scouteten, wo man hier wohl ein Zelt aufstellen kann.

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Zu unserer großen Überraschung standen hier und da schon Zelte und es wurden immer mehr, gegen Abend standen dann um die 60 Zelte an der Strandpromenade und es wurde fröhlich gegrillt. Die camper kamen von verschiedenen chiensischen Unis und feierten eine Art chinessichen Spring Break.

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Wir fanden ein schönes gemütliches Plätzchen in dem Park zwischen Luxushotel und Strand (Lauwaibonus) Ruck zuck taten es uns weitere “camper” gleich und bald sah es aus wie auf einem chinesischen Campingplatz…

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Leider waren es nicht alles ausgewiesene Camper und der Alkoholgenuss hatte ebenfalls keine besonders positive Auswirkung auf Platzwahl und Aufstellort, viele Zelte hatten nicht mals eine geschlossene Plane als Dach sondern nur ein Meshgewebe…
Gegen 4Uhr morgens wurde ich dann, erst durch leises klopfen, später durch starkes Regentrommeln auf mein 3 Jahreszeiten Profitreckingzelt geweckt ;). Ich glaube, es war der einzige trockene Ort in einem recht weiten Umkreis ;).

Am nächsten morgen stellte sich dann heraus, dass unsere Standortwahl (Luxushotel Park, Wiese, leichte Erhöhung) genau die richtige Wahl war. Wir standen in einer Art See auf zwei Inseln, die meisten anderen hatten nicht so ein Glück und es sah aus wie auf einem Schlachtfeld…

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Da der Regen immer noch und ohne Unterlass fiel, packten wir zusammen und kämpften uns zu unserem Luxushotel zurück

DSC03198Dieses hatte über Nacht mal eben 20€ auf den Preis aufgeschlagen…

Nachdem wir geduscht und ein wenig Ordnung in das nasse Chaos bekommen haben hatte ich die Idee, es war erst 12:30h ob wir nicht vielleicht noch den Bus nach Shanghai kriegen könnten und den Abend gebührend ausklingen lassen könnten.

Um es kurz zu machen, den Bus haben wir gekriegt und wir kickerten im Wohnzimmer (Beavers) bis 5:30 morgens :).

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Schönes China Fujian Province – CNY

Schönes China Fujian Provinz

Wie jedes Jahr steht Anfang Februar Chinese New Year ins Haus, kurz CNY. Da in diesem Zeitraum alle Chinesen irgendwo hin reisen müssen ist es für einen Ausländer fast unmöglich, selbiges zu tun.
Dies musste ich nun, 2 Wochen vorher ebenfalls feststellen, als ich mal eben einen Flug nach den Philippinen, Taiwan, Süd Korea, Japan, eigentlich egal wo hin, Hauptsache weg buchen wollte.
Es gab keine mehr :(.
Also kurzerhand das Internet auf links gezogen, alle Aktivitäten-links des letzten Jahres noch mal  durchforstet und: tatsächlich, da ist noch ein Adventure-trip mit Bike im Süden Chinas, ca. 1000km entfernt von Shanghai, in der Fujian Provinz zu haben.
Nach meiner Kontaktaufnahme und dem direkt angeschlossenen Besuch beim Veranstalter in Shanghai wurde mir mitgeteilt, dass ich der einzige Interessent bin, es war Samstag, am Donnerstag fangen die Ferien an…

Dienstag dann kam eine SMS, wenn ich wollte würde er auch mit mir alleine den Trip durchziehen, er würde so oder so fahren… klar wollte ich :).

Von dem Tag an wurde ausschließlich am Bike geschraubt, die Luft muss aus den Bremsleitungen und die verölten Beläge müssen gesäubert werden inclusive Bremskolben De&montage klappte alles. Pünktlich, Donnerstag Abend, war es geschafft. Freitag Morgen kam dann ein 20 Jahre alter Jeep angerollt und hat mich incl. üppigem Gepäck verschluckt.

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Nach nicht weniger als 10 Stunden im geräumigen und bequemen Gefährt…

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…waren wir dann auch schon da, erste Station: seine Familie in Ningde. Zur Begrüßung, die läuft hier etwas anders ab als bei uns, wurde sich zwischen Eltern und Sohn erst einmal angeschrien, um die Wahl der richtigen Parklücke einwandfrei zu erläutern – man hatte sich ja ein Jahr nicht gesehen…

Den Abend haben wir dann im gemütlichen Familien Wohnzimmer verbracht, es ähnelt eher einem Kaufhaus Schaufenster mit Neonbeleuchtung, nach dem Räumungsverkauf. Es ist sehr hell und extrem vollgepackt mit so ziemlich allem, was man sich wo hinstellen kann. Das Gute daran, es wird nicht langweilig, man entdeckt ständig neue Sachen. Unterm Tisch, unter nem Stapel  Zeitungen steht ein Glas mit nen paar Fischen drin, die überraschender Weise sogar noch leben!

Ich durfte glücklicherweise im benachbarten Hotel einziehen, eins mit 2 Sternen (chinesischen). Eigentlich ist das Hotel gar nicht Laowei proof – Ausländer dürfen in China eigentlich erst ab 3 Sternen in ein Hotel…

Am kommenden Tag ging es dann los, eine recht schöne Bike Tour durch die Berge und die Natur, nach einem Jahr China die erste richtige Bike Tour. Das Wetter passte super, es waren und super Sonne.

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Abends ging es dann durch Ningde wo ein paar sehr kuriose Restaurants auf ihre Gäste warten.

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Unsere Wahl viel dann auf ein Restaurant mit einer etwas lebendigeren Speisekarte:

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Soo sieht es dann meistens nach dem Essen aus…

DSC03433Tags drauf ging es dann nach Xiapu, wo die Oma vom Guide lebt, hier ist die Zeit stehen geblieben…

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Auch bei den Sanitäranlagen, die hier noch von vielen als einziges “stilles Örtchen” genutzt werden…

DSC03203DSC03202Die gute Frau ist 88 und lebt noch wie im Mittelalter in ihrem kleinen Häuschen mit Wohnstube und mit Holz befeuertem Herd! Eigentlich unfassbar… dennoch scheint sie glücklich und dem Alter entsprechend ziemlich fit zu sein.

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Von Xiapu aus ging es dann Tags drauf mit dem Jeep auf Erkundungstour,  kleine Fischerhäfen und mittlere Berge lagen auf der Tour, bevor wir dann am Strand den Jeep stehen ließen und mit dem Bike weiter fuhren.

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DSC03155Als wir die bike Tour gestartet haben war das Wetter super, die Sonne schien und es war warm genug für das “kurze” Dress ;). Nach einem langen Anstieg waren wir dann auf dem Berg als einer der schnellsten Wetterumschwünge kam, den ich erlebt habe.

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Es kam ein kräftiger kalter Wind und in Minuten war es Neblig und kühl, da es aber nicht gewittrig aussah sind wir weiter geradelt und haben so ziemlich jede Sackgasse ausprobiert, die es südlich von Shanghai gibt ;).DSC03344

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Auch wenn wir ausnahmsweise keinen Rundtrip gefunden haben und den gleichen Weg wieder zurück fahren mussten, den wir gekommen sind war es eine gute Ausfahrt mit tollen Ausblicken.
Bilder Panorama

Nach einer weiteren Nacht in Xiapu ging es dann am nächsten Morgen in die Tee-Berge bei Yutang.

Die Anfahrt mit demJeep auf den Berg geschah im sehr dichten Nebel und ich konnte die Kontur der Landschaft kaum erkennen, auch weil ich tausend Tode gestorben bin, weil wir wie die bekloppten im Gegenverkehr – chinese style – den Berg hoch geflogen sind.

Nach der Ankunft wollte ich dann direkt in den Sattel, das 3 Bett hostel Zimmer war ungemütlicher als die Wetterbedingungen bei 5°C, Nebel und Nieselregen… Ayuan, mein Guide lies jedoch verkünden, dass es ihm zu kalt und zu nass ist. Nach einer kurzen Gedankenpause, bei der sein Feingeist anscheinend mein leichtes Unverständnis erkannt hatte, kamen dann noch Rückenschmerzen und was weiß ich noch was als Argument hinzu… Gut, dann fahre ich halt alleine.

Nachdem ich mich umgezogen und mein bike zusammengeschraubt hatte versicherte er sich noch einmal ob ich echt starten wolle, mit den Worten: „sure, I am not a pussy“ entschwand ich dann im Nieselregen…

Anfangs lief es noch prächtig, auch wenn mir die verschlammten Straßen recht schnell eine seichten Teint verpasst hatten.

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Nach 2 Stunden herumgegondel im mittleren Tempo hatte ich dann genug Dreck gefressen und war schon auf dem Heimweg, als mich dieser kleine, nette Trail verführerisch auf einen Ritt einlud. Klar nehm ich den mit, bin ja schließlich nicht jeden Tag und auch nicht zum Spaß hier, ab geht’s in die Walachei… Dass mit dem nicht zum Spaß hatte ich eigentlich zu dem Zeitpunkt gar nicht mal so ernst gemeint und wird mir noch leid tun…

Es ging Anfangs recht angenehm immer weiter weg von der Straße, der Weg wurde etwas schmaler und führte an ein paar Buddhistischen Gräbern vorbei.

An einem sehr rutschigen Fels ging ich dann das erste Mal über den Lenker, ist ja auch nichts Besonderes bei mir, tat aber schon gut weh da ich mit dem rechten Unterarm auf einem Fels aufschlug… Hauptsache das bike ist noch fit :).

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Der Schlamm klebte aber auch wie Beton am Profil des Reifens…DSC03389

Im weiteren Verlauf wurde es dann steiler und felsiger bis es unfahrbar wurde, nun kommt das Problem, was wahrscheinlich jeder Zocker im Casino bestens kennt, bei dem bereits getätigten Einsatz fällt es immer schwerer einzusehen, dass man verloren hat und einfach die Segel zu streichen. Also ging es zunächst mit Schieben, später auch mit viel Tragen weiter, den Berg hinauf.

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Laut GPS hatte ich schon die Hälfte bis zu einer Strasse geschafft, sehen konnte ich nichts, dafür war der nebel zu dicht also lauschte ich gelegentlich, ob ich eine Strasse hören konnte. Als ich auf dem Gipfelplateau angekommen war wuchs die Zuversicht, dass es nun nicht mehr so schwer sein kann, was genau dieses Gefühl ausgelöst hat weis ich auch nicht, es war in jedem Fall ein fieser Trugschluss…

Der Weg wurde sehr eng und führte an einem ziemlich steilen Berghang entlang, der im Nebel entschwand. Der Weg war nach kurzer Distanz nur noch durch den andersfarbigen Bewuchs zu erkennen und so ganz langsam überkam mich ein ungutes Gefühl.

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So langsam wurde es dunkel und ich konnte auch eine leichte Erschöpfung feststellen, als ich an einem Felsvorsprung vorbeikam inspizierte ich schon mal den potentiellen Schlafplatz… nachdem ich mit dem bike nun schon viele  Schulter hohe Stufen runtergeklettert war, min. 5 mal den Abhang runtergerutscht und wieder zu de “Weg” hoch geklettert war, es war mittlerweile nur noch ein Bachlauf, dem ich folgte, kam das große Finale, eine Abrisskante und dann nichts mehr, es ging einfach senkrecht in den Nebel…

Das Fuck, welches intuitiv meinem Mund entschwand hätte man eigentlich bis nach Remscheid hören müssen. Das erste Mal dachte ich ernsthaft darüber, mein bike möge es mir verzeihen, meinen wirklich heiß geliebten Untersatz zurückzulassen um noch bei wenigstens einem bisschen Licht zurückzufinden und nicht irgendwo, am Arsch der Welt einen Berghang mit unklarem Verlauf hinunter zu stürzen. Durch den Nebel konnte ich nicht auf üppiges Mondlicht hoffen… Mit den Kräften schon ganz gut am Ende gab ich 110% und mit zitternden Armen schleppte ich meine zum Glück nicht all zu schwere aber etwas sperrige grüne Braut den scheiß Berg wieder hoch. Zwei kleine Pausen habe ich mir noch gegönnt, für Magnesium gegen die Krämpfe + Müsliriegel und um in meinem 1st Aid Kit zu checken ob ich auch mein Feuerzeug und die Rettungsdecke für die Nacht dabei habe :). Als ich es auf den Berg wieder hoch geschafft hatte war ich komplett durchnässt, von Kälte taube Füße, noch ca. 40min. Plackerei mit der Grünen vor mir, aber es war klar, wir beide werden es an dem Abend ins Hostel schaffen :).
Unter der Dusche, die eigentlich nur ein Scheißhaus mit Brause war ging es mir dann so gut, wie es einem nur gehen kann, wenn man gerade ein Abenteuer mit ein paar blauen Flecken und Abschürfungen, jedoch unter Anbetracht der Umstände erstaunlich gesund hinter sich gebracht hat :).

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Die “Erholungs-bike-tour” am kommenden Tag mit dem bike war glücklicherweise nicht so herausfordernd und neben dem Wetter eher als Genuss radeln anzusehen :).

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Ein echter Chinese werden

Eine Sache, die unzertrennlich mit China verbunden ist ist der Tee.
Ein Chinese hütet seine Yixing Teekanne wie seinen Augapfel und sie begleitet ihn besten Falls sein gesamtes Leben lang.

Yixing ist eine kleine Stadt, 180km westlich von Shanghai, am Taihu Lake in der Jiangsu Province gelegen. Hier gibt es die unter Teekennern auf der gesamten Welt geschätzten, aus dem speziellen Yixing Ton gefertigten Teekannen. Was diese Kannen so besonders macht ist der Ton, der, falls richtig gebrannt, eine Teildurchlässigkeit für Luft aufweisen soll, was dem Tee eine ganz besondere Geschmacksnote verleiht.

Letztes Wochenende ging es mit dem Bullet-train über das südlich gelegene Hangzhou mit 300Km/h nach Yixing um ein oder zwei 😉 dieser exemplare zu ergattern. Glücklicherweise konnte sich mein Freund Mike und seine Freundin Xiaoning ebenfalls für das Thema begeistern und wir konnten zusammen starten.

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Dem Trip ging eine lange Vorbereitung voraus denn, wie immer bei solchen sensiblen Spezialitäten, die obendrein noch sehr kostspielig werden können, gibt es viel fake, Nepp und Schund, speziell für den geneigten Xigoaren (Westmensch). Als solcher hat man sowie so das Wort “Opfer” auf der Stirn stehen…

Bei der Recherche kam dann auch schnell ans Licht, dass es seit 2005 viele Teekrüge aus gestrecktem Ton gibt. Die chinesische Regierung hatte die Abbaumenge des Tons begrenzt und nun taucht mit Schwermetall belastetes – gestrecktes Material auf…

Eine sehr liebe Kollegin hatte dann aber einen Tipp, eine Freundin von Ihr kommt aus Yixing und ihre Familie hat dort eine Werkstatt, wo die Kannen hergestellt werden.

Als wir am späten Freitag Abend im Yixing Hotel eintrafen wurden wir von der neuen Herberge sehr positiv überrascht, das Hotel wird als “government” Hotel bezeichnet, d.H. hier residieren die hohen Herren und es wird staatlich geführt, dem entsprechend nobel war es und das, zu einem günstigen Preis! Teekannen gab es bereits in der Lobby zur Genüge…

DSC03683Neben Sauna (zum Leidwesen von Xiaoning nur für Männer), Pool & Massage gibt es auch Schneider, Frisör und alles andere, was das Herz begehrt. Das Frühstücksbuffet am nächsten morgen war das beste, was ich bislang gesehen habe, sogar der Service war beeindruckend und das heißt was in China!

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Dann ging es zu der Firma und der Teekannen Stress beginnt.
Die Begrüßung viel etwas trocken aus, der kleine meldete uns beim Hausherren an.
DSC03702Die Reitze waren umgehend überflutet, dies lag zum einen an den Preisen (gerne im 5 stelligen RMB Bereich), zum anderen aber auch an der sehr großen und sehr schönen Auswahl!
Die Produktion und das Materiallager haben wir dann auch noch besichtigen können, bevor wir in die langwierigen Preisverhandlungen eingestiegen sind…
Vorher haben wir, als ausgesprochene extra zum Teekannenkauf aus der Ferne angereisten Experten die Ware eingehend unter die Lupe genommen!

DSC03773Final haben wir dann zusammen 5 Kannen nebst passenden Ausschenkkannen und ein paar Tee Krügen gekauft. Die Preise wurden lange und mit viel Tee verhandelt, wir haben alles mindestens zu 50% runter gehandelt, am Ende waren glaube ich, wie so oft in China, beide Seiten froh. Ich, dass ich nicht 3000RMB zahlen muss und der Händler, weil er uns garantiert immer noch das doppelte verglichen mit einem Chinesen abgenommen hat ;).
Es hat sich aber gelohnt und die “Beute” ist sehr schön 🙂DSC03775

Wir waren nach dem einvernehmlichen Annicken – Ok – in einer gewissen Feierlaune
DSC03776Zu guter Letzt hat uns der Firmen Chef dann noch von seinem Fahrer zurück zum Hotel fahren lassen :).

DSC03783Sonntag ginge es dann noch ein wenig auf Entdeckungstour und am Nachmittag wieder zurück.

Heute, am Wochenende danach bin ich immer noch mit der traditionellen, sehr aufwändigen Vorbereitung der Kannen beschäftigt. Die Kannen werden 4 Mal für jeweils eine Stunde gekocht!
Das erste mal nur in klarem Wasser. Dies soll die Poren der Kanne aktivieren und sie praktisch aufwecken :-).
DSC03911Beim 2. Kochen wird Tofu in das Wasser gegeben, dies soll das Feuer in dem Ton, verursacht durch den Brennvorgang mildern bzw. rausholen. Danach wird noch einmal mit der obersten spitze eines Zuckerrohrrohrs gekocht, warum konnte mir keiner sagen, ist aber auch egal, das mit dem Tofu und dem Feuer hatte ich auch schon nicht verstanden ;).
DSC03933Zu guter letzt wird die Kanne dann noch einmal mit einem starken Tee (100g) gekocht, hier muss die spätere Bestimmung der Kanne dann aber schon klar sein da die Kanne in ihrem Leben sortenrein benutzt werden soll.
DSC03937DSC03939D.H immer nur eine Teesorte pro einer Kanne…

Die Tees werden grob unterschieden in:
– weißer Tee
– grüner Tee
– roter Tee (Teilfermentiert)
– brauner Tee (Fermentiert)
– schwarzer Tee (Fermentiert)

Dummer Weise sind die Farben anders als bei uns verteilt, der chinesische rote Tee ist unser schwarzer etc….

Smog…

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Es ist so weit, der Smog ist da.
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Die Heizperiode hat im Norden begonnen!
Einer der Gründe, weshalb es in Shanghai nun nicht mehr so schön ist.
Das ganze Jahr über konnte man den Smog immer mal wieder riechen, er hat einen ganz eigenen, scharfen Geruch, den man schlecht beschreiben kann, jedoch sofort erkennt, meistens blieben die Werte jedoch unter einem Index von 200 AQI, was ebenfalls schon sehr hoch und mit der Warnstufe: “very unhealthy” beschrieben wird…
Draußen ist die Luft nun oft unerträglich, was einen kleinen Teufelskreis nach sich zieht. Da jeder die draußen zu verbringende Zeit auf ein Minimum reduzieren möchte und Sport (Fahrrad fahren) bei Smog nicht ratsam ist benutzen nun viel mehr Leute das Taxi als normal. Dies führt selbstredend zu einer weiteren Verschlechterung der Luftqualität. Ein Husten ist überall zu vernehmen und man kann bei sich selber sowohl einen leichten Kopfschmerz, Husten und brennende Augen sowie einen beschleunigten Puls feststellen. Den Herbst über bin ich nun oft die 10km zur Arbeit mit dem Rad gefahren, mein pers. Grenzwert dafür liegt hier bei 150 (deutscher Grenzwert < 50…)momentan ist daran nicht zu denken. Vorgestern hat es sich langsam zugezogen und die Handy Smog App, die fast jeder auf seinem Handy hat zeigte Nachts Werte von über 340.
http://en.wikipedia.org/wiki/Air_quality_index
Da meine Wohnung sehr undicht ist habe ich zunächst versucht, mit dem Rest von Heikos Tesa Moll die Dichtungen der Fenster zu optimieren, mit mäßigem Erfolg. Der Nächste Schritt lag nahe, einen Luftreiniger kaufen. Die finale Entscheidung dafür fiel dann des Nachts, als ich im Schlafzimmer wieder einmal von dem Gestank und leider auch von meinem Asthma aufgewacht bin…
Als ich dann gestern, direkt nach der Arbeit in die lokale Metro Filiale gestürmt bin gab es nur noch das Ausstellungsstück, welches ich nun voller Stolz mein Eigen nennen darf.
DSC02959Als ich das gute Stück endlich im Schlafzimmer hatte ging es erst einmal ans Putzen um den Staub aus dem Zimmer zu kriegen. Um 23 Uhr war ich dann auch im Bett und lauschte dem liebevollen, Sicherheit suggerierenden Surren von: Klimaanlage (als Heizung); Raumluftbefeuchter (wegen der Klimaanlage) und dem neuen Smogkiller, der an meinem Bett Wache hält. Eigentlich müsste ich jetzt noch einen Faradayschen Käfig um mein Bett herum bauen, um dem Elektrosmog entgehen zu können.

Der Erfolg meiner Bemühungen war “mamahuhu”, wie der Chinese zu sagen pflegt der “Killer” war zwar die ganze Nacht beschäftigt jedoch hatte ich trotzdem Asthma und musste nun noch 2x Inhalieren (vorher waren es 3x). Zusätzlich habe ich jetzt noch zwei Atemmasken gekauft und die Schlafzimmerfenster mit Paketklebeband abgeklebt, mal schauen, wie es nun wird in meinem kleinen Smog Bunker ;-).
DSC02961DSC02963Die Atemmasken, die man im normalen Handel bekommt dichten im Übrigen nicht wirklich am Gesicht ab, speziell bei einem Bart ein Problem! Die Luft wird an der Maske vorbei gesaugt… Da ich aber ja ein findiges kleines Kerlchen bin habe ich mir mit der Feder einer Wäscheklammer eine kleine Optimierung einfallen lassen, was den nasalen Abschluss deutlich verbessert!
So Ausgerüstet harre ich nun der Dinge die da kommen und hoffe, dass es nicht noch viel schlimmer wird. Mit Sorge denke ich an den Januar letzten Jahres zurück, als die Werte oft die 400er Marke durchbrachen… Für das kommende Wochenende hatte ich mir eigentlich einen Fluchtplan ausgedacht, mit dem Zug raus aus der Stadt… Während ich dies hier schreibe fliege ich gerade nach Chongqing und muss mit Entsetzen feststellen, dass wir uns nach 40min. Flug immer noch in der Smogeinflusszone befinden!
Flughafen Shanghai:
DSC02986Das Problem scheint sich ebenfalls nicht auf Shanghai zu beschränken,
im 1700 km entfernten Chongqing sah es auch nicht besser aus… 🙁
DSC02980DSC02965Bleibt nur zu hoffen, dass es bald Regnet oder Wind aufzieht…

 

Freitag 6. Dezember

Schade, es gab/gibt keinen Wind, heute morgen war der Index bereits beim Aufstehen über 400 und ist dummer Weise auch nicht, wie gewohnt, bei aufgehender Sonne gefallen sondern noch einmal kräftig gestiegen. Wir waren kurzzeitig bei 600, die Wohnung ist mittlerweile hermetisch mit Packet Klebeband versiegelt und der Smogkiller läuft permanent auf höchster Stufe, d.H. schlafen mit Ohrstöpseln usw. … :(.
Den Weg zur Arbeit habe ich meiner Gesundheit heute erspart anstatt dessen habe ich nach Escape Flügen z.Bsp. nach Südkorea (Seoul) geschaut, leider vergebens… Ich frage mich nur, wie der Wert sich diese Nacht entwickeln soll, für gewöhnlich steigt er Nachts noch einmal um ca. 150. Hier der Link für alle die es Live verfolgen möchten ;( :
http://aqicn.org/city/shanghai/
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Schönes China Yangshuo

16.09.2013

Endlich ist es so weit, die Mondfest Feiertage kommen näher, Mareike ist da und Montagabend geht es endlich los. Nach langer Suche haben wir uns für ein Hostel in bzw. vor Yangshuo, ca. 70km südlich von Guilin, ca. 1500km südlich von Shanghai entschieden. Die idyllische Lage und nicht zu Letzt Paul, der belgisch stämmige Chef waren ausschlaggebend. Wieder erwarten lief alles glatt: den Flug haben wir beim 1. Mal direkt erwischt, es ist keiner gestorben, der Shuttle service wartete wie angekündigt und gegen 24Uhr waren wir da, im nirgendwo, wo noch nicht einmal ein Licht brannte. Der Fahrer sagte: „Das ist es“ und dann war er weg und wir standen etwas verloren mitten in der Pampa. Beim Betreten des Gebäudes wachte dann irgendwer auf und führte uns ins Zimmer. Auf meine Nachfrage sagte er, die Klima müsste klappen; tat sie auch ;-). Nach einer recht gut geschlafenen Nacht in einem unfassbar harten Bett (dicke Spanplatte) wurden wir gegen 6Uhr von Baustellenlärm geweckt. Ein Blick aus dem Fenster bestätigte den akustisch entstandenen Verdacht: es wurde das Fundament eines neuen Hauses gegossen und das von Hand…
DSC00003DSC00004DSC00006Glücklicherweise erinnerte ich mich trotz der strapaziösen Nacht noch an die Besonderheit dieses Tages, die Mareikes Geburtstag ausmachte :-). Zum Glück bin ich für solche Anlässe stets bestens vorbereitet und konnte auf leisen Sohlen einen für die Umstände recht gut gedeckten Geburtstagstisch herrichten ;-).

DSC00288DSC00289Neben einer netten Flasche Sekt, die ich noch im Duty free Shanghai erstehen konnte, gab es sowohl deutschen Kuchen, als auch original chinesischen Mondkuchen, sowie eine kleine pinke Überraschung, der es zu verdanken ist, dass es auch Bilder von mir bei dem Ausflug gibt :-). Einen Wahnsinns Zoom hat diese kleine Überraschung auch noch ;-).
DSC00306Also ran ans Frühstück,
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ab jetzt wird alles, selbst der Grad der Schläfrigkeit dokumentiert :-).
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Frühstück war klasse, kurz die Karte studiert, Paul um Rat gefragt, für die große Bambusrafttour entschieden, nen paar flotte Flitzer geliehen und los geht’s! Im Riesentempo erst dem Fluss Lijiang und dann der Stadt Yangshuo entgegen.
DSC00319Die Natur ist hier unglaublich, es gibt zig tausende von kleinen, jedoch sehr steilen, Bergen die einen an eine geheimnisvolle Märchenwelt erinnern. Sie sind mit ihrer kleinen Höhe von geschätzten 300 Metern regelrecht niedlich und zum Klettern bestens geeignet. Die Region gilt als eine der besten Kletterreviere in China, was nicht zuletzt auch die Entscheidung beeinflusst hat.
DSC00349In Yangshuo ging dann das übliche Gefeilsche um den Bootstrip los, da bin ich jedoch mittlerweile schon recht erfahren und lasse mich nicht mehr ganz so verarschen ;-). Bei 150 RMB kamen wir uns langsam näher und bei 100 schlug ich ein. Flitzer aufgeladen, uns hinterher und los ging es in malerischer Landschaft, die tatsächlich in gemalter Form den 20 RMB Schein schmückt.
DSC00337mit bike
DSC00339Die zuckerhutähnlichen Berge beeindruckten sehr, der Fluss mich dagegen weniger, es war eher eine gemütliche Flusstour :-).
DSC00355DSC00398Was sich auf und an dem Fluss abspielte war Original China: Neben etlichen Wasserbüffeln, die hier immer noch auf den Feldern eingesetzt werden, haben wir auch Fischer gesehen, die mit Tölpeln fischen, Wahnsinn!!!
DSC00362DSC00375Zwischendurch gab es dann Geburtstagskuchen…
DSC00041hier und da tauchte ein Harpunenfischer auf und erste Kletterer waren auch zu sehen.
DSC00366klettererDie Landschaft hielt einen unterdessen gekonnt beim Staunen…

DSC00011Irgendwann waren wir aber dann doch angekommen und es ging wieder mit den Flitzern zurück nach Yangshuo :-). Ich denke, dies ist der schönste Weg, China zu entdecken! Atemberaubende, authentische Aus- und Einblicke sind der Lohn, den man mit einem organisierten Trip oder einem motorisierten Untersatz so sicherlich nicht genießen kann…
DSC00437 DSC00442 DSC00446 DSC00593 DSC00601DSC00441 An einem schönen Fischweiher haben wir dann noch eine kleine Pause eingelegt und einen chinesischen Kaffee getrunken.
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Man muss immer mit Kuriositäten rechnen, genaues Hinschauen lohnt sich öfters…
DSC00412 DSC00416 DSC00415 Microsoft PowerPoint-Präsentation (neu)DSC00470 DSC00569 DSC00573Als die Nacht hereinbrach, saßen wir romantischst am Flussufer und haben in vollkommener Harmonie die Mücken gefüttert :-).
DSC00095 DSC00086 Im Mondschein ging es dann zurück ins Cozy Garden Hostel, wo die liebe Frau vom Paul den Sekt für uns kalt gestellt hat.
DSC00472 DSC00473 DSC00474Naja Mareike muss wohl noch etwas üben, mit anspruchsvollen Belichtungssituationen umzugehen… ;-).
DSC00098Die kommenden Tage verflogen sehr schnell und wurden mit tollen, teils etwas länger als geplant ausfallenden Radtouren
DSC00590DSC00591sowie in schwindelnder Höhe verbracht. DSC00118DSC00660 DSC00110Mareike TopDSC00486 DSC00113DSC00671 DSC00666 DSC00140Glücklicherweise haben wir an unseren Kram gedacht und brauchten nicht erst lange nach einem Verleih oder Guide suchen…
DSC00277Das Klettern war für uns „Nicht-Pros“ schon sehr anspruchsvoll, aber wir haben die eine oder andere Route geschafft und waren mit unserer Leistung sehr zufrieden! Schwer behangen musste man sich die Klettergebiete aber erst einmal erstrampeln…
DSC00422 DSC00550 DSC00559DSC00564Klettergebiet “The Winebottle”DSC00483Abends ging es dann nach dem dinner im besten Restaurant der Stadt
DSC00526 in das Weltbekannte Yangshouer nightlive.
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Mondkuchen am Mondfestabend im Lijiang River, die Fische haben sich auch gefreut :-).

DSC00636DSC00647So fielen wir jeden Abend erschöpft und glücklich ins Bett!

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Chinese Stories II

Einmal Peking und zurück

Reisen entwickeln sich in China gelegentlich anders als geplant :-). Ein Besuch bei Great Wall in Baoding lag an, eigentlich nichts Besonderes, dachte ich! Nachdem ich die Buchungen überwacht habe, die chinesischen Kollegen sind da irgendwie nicht immer ganz so zuverlässig, sollte es am Mi. von Shanghai nach Peking gehen (via Flugzeug), dann mit dem Taxi ins Hotel, nächster Morgen mit dem Taxi zum Bahnhof, mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Baoding (südlich gelegen) mit dem Taxi zum Kunden (meeting von 13:30 – 17:00), danach mit dem Taxi wieder zum Bahnhof und das ganze wieder zurück… Soweit nicht soo kompliziert, mag man meinen… Der erste Taxifahrer auf der Rückfahrt hatte es dann aber schon vergeigt, die ersten 2 Züge waren ohne uns auf die Reise gegangen, der dritte danach ging erst um 19:55 nach Peking; um 22Uhr war in take off der letzten Maschine nach Schanghai… Wir kamen um 20:30 am falschen Ende von Peking (west station) an und mussten dann in einem Höllenritt einmal quer durch die Stadt zum Flughafen auf der Ostseite. Die Flug Tickets hatten wir da auch noch nicht und der Ticketschalter schließt meist 30min. – 45min. vor dem Boarding, das Taxi kam um 21:31 mit glühenden Reifen am Flughafen an… Mein Kollege, der wusste das in Shanghai meine Freundin auf mich wartet, sprintete sofort nach dem stoppen des Taxi los um die Tickets zu besorgen, vorher hatte man uns schon am Tel. versichert, dass es eigentlich aussichtslos ist . Ich bezahlte den Shifu und entlohnte ihn fürstlich für seine Fahrkünste um dann, mit 2 Trolleys hinter meinem Kollegen herzulaufen. Im riesigen Flughafen fand ich zwar den Ticketschalter der Airline, dummer weise aber nicht meinen Kollegen, der mit meinem Pass irgendwo unterwegs war. Als ich ihn anrief kam er mir entgegen, ich habe wirklich keine Ahnung, wie der Teufelskerl es fertiggebracht hat aber er hatte die Tickets in der Hand! Nach einer Umarmung ging es dann im Laufschritt weiter denn das Boarding war in 10min.. Im Check In wurde bei mir dann noch eine Nescafe Dose gefunden, bei dem Kollegen die Scharniere, die wir als Handmuster mitgebracht hatten, ich wurde durch die erneute Verzögerung langsam wahnsinnig. Als ich mit hochrotem Kopf dem Zöllner dann sagte, dass wir verdammt noch mal seid 5min. schon Boarding haben meinte der nur trocken, es wäre kein Problem, wir hätten Zeit… Beim Boarding Gate angekommen stand niemand, wie man es gewohnt gewesen wäre, so fragten wir was los sei, Verspätung, 1/2Std., na die Zeit bekommen wir doch überbrückt. Schnell 2 Büchsen bestes Tsingdao gekauft und gewartet, und gewartet, und gewartet. Irgendwann wurde dann ein neues Gate für unseren Flug ausgerufen, langsam wurde es suspekt. An dem neuen Gate wurde dann über Lautsprecher verkündet, dass unser Vogel in 15 min. landen würde, nachdem dann alle raus sind und die Putzkolonne durch ist könnten wir boarden. Gegen 12Uhr nachts saßen wir dann also im Flieger, eigentlich hätte es ja losgehen können, sollte man meinen. Anstatt dessen ging es wetterbedingt erst gegen eins in die Luft. Kurz vor der Landung wurde die Reise dann mit der Durchsage abgerundet, dass der angeflogene Flughafen in Shanghai, der nah an meiner Wohnung liegt leider überraschender Weise schon zu hat und der Pilot desshalb entschieden hat, dass wir in Pudong International, 50km außerhalb von Shanghai landen werden, die Stimmung an Bord näherte sich dem Siedepunkt… Als wir dann endlich raus aus dem Flughafen waren mussten wir noch feststellen, dass es um 3 Uhr in der Früh nicht wirklich viele Taxis gibt und dass die Fahrer, die es gibt, nicht die fittesten sind. Unserer nickte 2 Mal bei 130km/h so ein, dass ich ihn wecken musste und all das in einem uralten VW Santana, in dem keiner angeschnallt ist… Gegen 4 war ich dann endlich im Bett, total im Eimer aber glücklich.

Schönes China, Putoshan

Reise nach Putoshan,

im Moment sind Anne und Christian zu Besuch, sie sind bereits Ende letzter Woche zu einer Erkundungstour ins nähere shanghaier Umland aufgebrochen, die gelben Berge, Huangzhou usw. Dieses WE wollen wir uns auf einer südlich von Shanghai befindlichen Insel treffen, ich fliege direkt nach der Arbeit dorthin, sie kommen irgendwie mit dem Bus dorthin. Donnerstags habe ich dann recht spontan die Flüge für mich als Round trip und für sie den Rückflug mit mir zusammen nach Shanghai gebucht, natürlich klappte es nicht optimal und ich musste noch einmal hinterher telefonieren. Als ich dann Freitag bis in den Flieger gekommen bin war ich glücklich. Hotels usw. hatten wir offen gelassen um spontan und flexibel zu sein. Aus Shanghai bin ich schon eine gewisse Frechheit, was Preise etc. betrifft gewohnt, die Shifus (Taxifahrer) hier schlagen dem Fass jedoch den Boden aus! Für eine knapp 4km Fahrt vom Flughafen zum Fährableger nach Putoshan sollte ich 50RMB entrichten, 15RMB wäre eine solide Verhandlungsgrundlage gewesen… Also den Rucksack bei 43°C geschultert und los ging es, nach nur 1 Std. war ich dann endlich am Ziel, Anne & Christian natürlich noch nicht…

Nachdem ich dann die künstliche Ministadt gescoutet hatte stellte ich begeistert fest, dass es sogar ein Hotel gibt. Die gesamte Stadt sah von Anfang an etwas zu westlich aus und bei genauerer Betrachtung konnte man erahnen, dass hier noch nie ein Mensch gelebt hat. Ein wenig beängstigend ist das dann schon…

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Es fing langsam an zu dämmern, Anne und Christian waren noch gut 40km entfernt, irgendwo nähe Ningbo, auf dem Festland und mir wurde ganz langsam klar, dass dies kein All In Wochenende werden würde. Als es dann dunkel wurde und ich am Fährableger wartete fielen mir ein paar Fischer auf, die an einem dieser “Garagenrestaurants” dinierten. Ein wenig Gesellschaft schadet nicht also rein in die Garage, 3 Flaschen kaltes Bier gekauft und dazugesetzt. Sofort wurde ich zu einem delikaten Abendessen eingeladen was unter anderem aus rohen Krebsen bestand, die in Essig getunkt wurden. Begleitet wurde dieser Gaumenschmaus von allem, was sich sonst noch im Meer herumtreibt

Die Speisekarte:

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und natürlich viel Bier. Als Anne und Christian eintrafen hatte ich bereits 3,5 Flaschen Bier (600ml) auf und Freunde fürs Leben gefunden:-).

Der Fischerboot Kapitän

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Die chinesischen Fischer konnten natürlich kein Englisch, der Sohn des Kapitäns ganz rudimentäres Englisch. Ich glaube mein Chinesisch war noch besser (ist grotten schlecht, es lag wirklich an dem Jungen und nicht an mir ;-)). Ich hatte es schon fast nicht mehr geglaubt aber Anne und Christian hatten es dann doch noch geschafft :-).

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Nach weiteren 2 Bierchen in der erweiterten Runde fragte ich dann mal vorsichtig, es war schon 9 Uhr, ob die Jungs nicht eine Idee für ein Hotel hätten. Wie eigentlich immer wurde ich auch dieses Mal nicht enttäuscht. 15min. später kam ein Auto vorgefahren, lud uns drei ein und brachte uns zu einem annehmbaren Hotel. Nichts dolles (wird es da auch gar nicht geben) aber mit Klimaanlage im Zimmer und zu einem bezahlbaren Preis.

Am nächsten Morgen wurden wir dann wieder zum Fähranleger gebracht und es ging los nach Putoshan. Diese Insel muss ganz besonders schön sein denn jeder Chinese schwärmt davon, auch oder gerade besonders, wenn er selber noch nie da gewesen war. Die Fährfahrt war billig und stickig, im “Wartesaal“ kam man sich schon vor wie ein Ochse auf dem Viehmarkt, eingepfercht in Stahlrohrgestelle.

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Auf der Insel angekommen musste man dann, typisch chinesisch das einem das vorher keiner sagt, 175RMB Eintritt bezahlen, dann konnte der Spaß aber endlich beginnen. Anne und Christian kamen im Übrigen nicht alleine, sie hatten drei Rucksäcke dabei, 2x 55l und einen Daypack, den ich mir, zusammen mit einer Wassermelone, zusätzlich zu meinem Rucksack umschnallte. Die Laune war anfangs etwas angespannt, da es wieder unfassbar heiß war.

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Bei fast jeder Gelegenheit wurde Wasser gekauft und gegessen,

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bevor dann, auch aus Gewichtsgründen, die Melone geschlachtet wurde.

DSC03140Letzten Endes haben wir dann ausgiebig an einem Strand pausiert

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und haben uns in die Fluten des gelben Meeres gestürzt.

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Ganz drin!!!

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Am Abend ging es zurück auf die Insel, auf der wir gelandet waren und eigentlich sollte es auch wieder in das gleiche Hotel gehen. Am Fähranleger angekommen gab es erneut das “Taxifahrer Problem“, für die 5 km zum Hotel sollten wir 50RMB bezahlen, vollkommen inakzeptabel also erneut die Rucksäcke geschultert und los gings… Unterwegs haben wir dann doch noch einen Taxifahrer anhalten können, der uns für die üblichen 8RMB den Rest bis ins Hotel gebracht hat. Das Hotel war natürlich, wie soll es auch anders sein nach so einem Tag, voll und wir kamen privat bei Nachbarn zu dritt in einem „mamahuhu“ Zimmer unter.

Tags drauf blieben wir dann auf der Insel und bewegten uns südwärts, wo ein großer Sandstrand mit sehr großen Sandskulpturen auf uns wartete.

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Teilweise hatte der Verfall schon etwas künstlerisches…

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Das Wasser war auch hier ohne größeren Ausfallerscheinungen beschwimmbar und wir hatten einen guten Tag, bis es dann abends wieder nach Shanghai zurückging.

Chinese Stories I

                                                                                                                  Freitag, 19.07.2013

Es sollte doch nur “mal eben“ nach Kunshan gehen
(ca. 70km nördlich von Shanghai) sagte mir der Entwicklungsleiter in China. Kurze Zeit später kam ein Kollege mit Auto aber ohne Führerschein + zugehörigem Fahrer und sammelten mich ein. Auf der Rücksitzbank fand ich reichlich Platz und freute mich, endlich die Möglichkeit zu erhalten, unser neues, sagenumwogenes Vorzeigewerk persönlich in Augenschein nehmen zu können. Zunächst ging es jedoch zu einer Bank, wo der Fahrer seine neue Bankkarte abholte, in den 15min. Wartezeit wurde mir dann unterbreitet, dass wir fast direkt nach Kunshan fahren, wir müssten nur noch kurz seine Frau, den kranken Sohn nebst zugehöriger Schwiegermutter aus dem Krankenhaus, Nähe Xujiahui (gute 50min. in die falsche Richtung) abholen, dann geht es los. Alles kein Problem…
Nach nur 1 Std. waren wir dann am Krankenhaus angekommen und luden ein schreiendes Kind, eine brüllende Schwiegermutter + eine Mutter zu mir auf die Rücksitzbank. Seit diesem Moment gibt es Geschrei, Milchpulver, Husten und Brüllen vom Kind. Mega lautes Handy und einen vollkommen orientierungslosen Fahrer der es nun, 2 Std. nach Abfahrt gerade fertig gebracht hat auf einer “elevated road“, eine der Hochstraßen, ähnlich einer Autobahn auf Höhe des 8. Stocks, an einer Abzweigung mitten auf der Bahn anzuhalten um nach Orientierungspunkten Ausschau zu halten. Während dessen knallen die Autos mit über 100 Sachen wild hupend an uns vorbei. Nun hat die Schwiegermutter das Singen angefangen, was für ein Ohrenschmaus! Vielleicht um den kleinen zu beruhigen, vielleicht um mich zu ärgern/unterhalten oder aus purer Angst, weil es schon etwas Bedrohliches an sich hat. Kunshan ist in weiter Ferne und ich überlege ernsthaft, wie ich dem Zirkus entkommen und in ein Taxi flüchten kann.
Dies ist auf der Autobahn aber nicht so einfach und vermutlich noch gefährlicher als das Theater hier… So ganz langsam schwant es mir auch, dass uns die muntere Rücksitzrunde nicht nur von A nach B begleitet sondern, dass sie uns bis nach Kunshan mit tollen chinesischen Kinderliedern, Gebrülle, Gehuste usw. erfreuen wird. Nach fast 3 Std. sind wir dann da, normalerweise ist die Tour in 40min. zu bewältigen. Dies stellt mir am Abend der Werksleiter mit seinen ausgeprägten Fahrkünsten eindrucksvoll unter Beweis. In Kunshan angekommen geht es erst einmal zu einem Restaurant, wir haben schon 13Uhr und noch keine Pause, ich noch nicht Mals Frühstück… Der Kollege mit Auto und ohne Führerschein setzt seine Frau hinters Steuer, der Fahrer und ich steigen aus, dann fahren sie los, wohin auch immer. Der Fahrer sagt wir sollten erst mal Mittag machen, sein Wagen würde in der Nähe stehen, damit könnten wir dann später zur Firma. So ganz langsam läuft mein sonniges Gemüt warm, bei über 40°C auch nicht wirklich ein Wunder. Ich reiß mich zusammen und versuche, ihm so freundlich wie möglich zu sagen, dass ich jetzt und zwar genau JETZT ins Werk will und er etwas zu Essen bestellen könnte. Wir haben uns dann darauf geeinigt im Restaurant etwas “to go“ zu bestellen und in der Firma zu essen. Als das Essen fertig ist gehen wir zum Auto, dass gerade von 4 jungen Männern geputzt wird, wir stehen 20min. bei über 40°C, ich zerlaufe in meinen adretten Klamotten, während er pingelig die Putztruppe auf ihr Optimierungspotential beim Putzen aufmerksam macht frage ich beiläufig nach dem Preis für die Wäsche, 10 RMB ist die stolze Antwort, das sind ca. 1€10…

The Wall

Als mich der technische Leiter in China fragte, ob ich auf einen light weight summit nach Beijing (Peking) möchte, habe ich natürlich keine Sekunde gezögert und souverän “if the company needs me there, sure” gesagt. Der summit beginnt Montag, um 9Uhr in einem recht annehmbaren Hotel, nicht weit weg vom Zentrum der Stadt. Da es schon früh losgeht dachte ich mir, eine Anreise am Sonntag wäre angebracht, ein bisschen weiter gedacht dann, Moment, warum nicht schon am Freitag und noch ein bisschen was von der Stadt bzw. der Mauer mitnehmen :-)?

Also flugs nen Flug für Freitag, 16h20min ab PVG Flughafen gebucht, einen Fahrer fürSamstag dazu, der mich morgens um 7 am Hotel abholt und an die Mauer fährt, entspannt und früh genug in Beijing ankommen, rechtzeitig, um noch bei Subway Proviant für Samstag zu besorgen und los hätte es gehen können! Nicht aber mit mir, wie immer…

Bei Air China wird auf dem Bestätigungsschreiben leider nicht die Boarding, sondern die Take Off Zeit angegeben. Darüber hinaus gibt es anscheinend eine Regel, die dem Ticket counter verbietet, Tickets bei einer Unterschreitung von 45min. zu der auf dem Bestätigungsschreiben angegebenen Zeit auszugeben, wie mir die zierliche und körperlich klar unterlegene Schalterdame lächelnd erklärte…
Um es kurz zu machen,
A)
ich wusste beides nicht

und B)
ich war 35min. vor der angegebenen Zeit da und, nein, es gab keine Fabi Ausnahme:

“Sorry we can’t…”. Auch mein finaler “Ich-bring-dich-um” Blick blieb erfolglos 🙁 also half alles nichts, ich rief, nachdem ich erfahren hatte, dass der einzige andere Flieger von Air China an dem Tag nach Beijing ausgebucht war, nass geschwitzt (über 30°C) Rachel, die gute Seele der EAT an.

In 15min. war das Problem gelöst, ein neuer Flug mit China Eastern vom Hongqiao Airport gefunden, der um 19Uhr !!!Take Off!!! haben sollte. Zeit genug, um bequem mit dem Taxi die Flughäfen zu wechseln und den Zeitplan noch gut einzuhalten, incl. Proviant! Fabian war sehr glücklich. Also schnellstens ein Taxi angeln und los geht’s.

Dass der verdammte Taxifahrer gar keine licence plate (Lizenz) in dem dafür vorgesehenen Kasten hatte, fiel mir erst auf, als er mir einen spezial Deal anbot: für mich, heute und exclusiv ein einmaliger Transfer für nur 350 RMB, leider waren wir da schon auf der Gaudjia (Hochstrasse), da springt man besser nicht mal eben aus dem Taxi und auch das Rausschmeißen des Wegelagerers hinter dem Lenkrad kann ernste Folgen mit sich bringen… Also die volle Defensive auspacken!!! Zuerst muss man immer lauter als der Taxifahrer sein, Sprache ist dabei vollkommen Nebensache ;-)! Zweitens den Chifu darauf hinweisen, dass man kein Tourist ist sondern hier wohnt, schon waren wir auf 300RMB, dann noch Handy raus und GPS gestartet um die Route zu überprüfen: 250 RMB so langsam kamen wir in einen Bereich, der ins annehmbare kam. Zur Sicherheit noch David (Vertrauenskollege) angerufen, er hat dann am Tel. auch noch mal den Chifu angebrüllt und weiter ging es. Natürlich ohne Extraangebot und mit legaler Rechnung (215RMB) aus dem Taxomat.

Am Flughafen angekommen dann schnell Tickets gezogen und rein in den Check in. Drinnen gab es nur warmes Bier, was in China ganz normal ist. Also warten bis zum Borden und dann hieß es wieder warten und zwar bis um 21:30!!! Remember: es sollte eigentlich um 19Uhr los gehen…

Zusammen mit meinem chinesischen Sitznachbarn hatte ich dann auch gute 5 Dosen auf + einen Apfelsaft, den der höchst begabte Steward mir in den Schoss gekippt hat :-(.

Um halb eins war ich im Hotel, um eins im Bett, am nächsten Morgen sollte es um 7 Uhr losgehen, also um 6 Uhr aufstehen… Irgend etwas ist da dann wohl bei der nächtlichen Kommunikation mit Mareike schief gelaufen, denn die rief mich in bester Laune zum Wecken um 5 an… :-(!

Die Wettervorhersage war schwach, Regen bei um die 20°C, beim letzten Check heute morgen konnte ich es kaum glauben, 31°C mit Sonne war die Info, die mich da aus dem Handy anstrahlte :-). Der Fahrer war verrückterweise auch pünktlich da und wir haben auf Anhieb die Stelle gefunden, die ich mir auserkoren hatte :-). Los ging es also, ran an die Mauer!

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Der Zustieg war schon recht sportlich aber um 9Uhr war es noch nicht unerträglich heiß, ich hatte 4l Wasser mit, Energy Bars und Sandwichs vom 7Eleven, Subway hatte natürlich noch zu um die Zeit…

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Wie zu Hause habe ich mirgedacht 🙂

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Auf einmal konnte man dan einen Turm sehen und wenig später stand ich vor einem Loch, durch das man ins innere der Mauer kriechen konnte.

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Sehr geheimnisvoll…

DSC01055Nach dem Zustieg gab es dann aber atemberaubende Ausblicke, die einen fesseln und faszinieren und für alle, wie auch immer gearteten Aufwändungen, entschädigen!!!

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Ich bin natürlich nicht an die standard Touri Mauer gefahren sondern an einen nicht restaurierten Teil, den ich auch im Nachhinein nur rel. gut trainierten und sehr trittfesten Leuten empfehlen kann.
Zunächst habe ich mich links gehalten und bin ca. 3,5km über die Mauer gekraxelt, ein Traum!!!

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Manchmal war es auch etwas gröber…

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Blick zurück…

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und nach vorne

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unfassbare Aussichten, die sich mir eingebrannt haben 🙂

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Ein paar kleine Mitbringsel, die ich von guten Freunden aus der Heimat mitbekommen habe waren natürlich auch mit dabei ;-), das geschulte Auge hat ihn oben schon ein Mal entdeckt :-).

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Nun war es soweit, es musste ein Zeichen gesetzt werden, hisst die Fahne ;-)!!!
Wie heißt es so schön? you never walk alone!!!

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Nee wat geht et mir schlecht 🙂
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Bei ein paar wenigen Passagen könnte man schon das Wort gefährlich in den Mund nehmen, zumindest fiel mir dieses Wort augenblicklich ein, als ich den “Weg” gesehen habe…
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es ging sprichwörtlich abwärts…

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Wegen einem Stausee und einem angrenzenden Touristenabschnitt ging es dann irgendwann nicht mehr weiter, die Mauer ist einfach unterbrochen.
DSC_0098Dumm, wenn man dies erst zu spät einsieht und dann hier wieder hoch muss… Runter war ja schon blöd…
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Nach meinem Zwangsabstieg bin ich die ganze Strecke im Tal, auf der Straße, wieder zurück gelaufen, wieder zu der Ausgangsposition, es war mittlerweile 12Uhr, und dann hies es noch einmal den Zustieg machen.

Dieses Mal musste ich ein paar Pausen im Schatten einlegen, die Hitze war schon hart und es wurde mir öfters schwindelig. So gucke ich nicht aus Spaß!!!
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Oben angekommen ging es jetzt rechts herum.
Wobei erst einmal eine Pause in einem der Wachttürme angesagt war!
DSC_0128Mit geiler Aussicht versteht sich 🙂
DSC01073Geich danach die nächste Herausforderung, aus dem rechten Fenster klettern um weiter zu kommen, nichts für schwache Nerven/schwitzige Finger…
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Nach ein paar hundert Metern kommt dann ein sehr touristenarmer aber teilrestaurierter Teil der Mauer, der jedoch unfassbar steil, sowohl mit als auch ohne Stufen, ausfällt.

Immer neue Türme warten auf dem Weg…

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Und nochmal Pause!!! (incl. 40min. Schalf im Schatten…)
DSC01156Frisch motviert geht es weiter.

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Die Steilheit ist an manchen Stellen kaum zu beschreiben, so etwas kenne ich nur von wirklich schwarzen Pisten in den Alpen… Vor der Frau geht es fast senkrecht runter!

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Blick von unten nach oben… sieht doch eher wie eine Wand aus oder?
Ich würde sagen, das hat über 100% Steigung…

DSC_0133 DSC01115Nicht ganz so steil aber dafür um so länger…

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Da biste froh, wenne oben bist 🙂

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Blick über die Schulter…
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Oben angekommen Entlohnt einen wieder ein Wahsinns Ausblick
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Und ein erster Eindruck davon, wie sich die Bauherren den Abstieg vorgestellt haben…

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Blick ach oben…

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Steil bleibt es bis zu letzt, die gute Frau ist nicht gestürzt, sie krabbelt auf allen Vieren die Treppe hoch…

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Dann endet auch hier die Mauer an einem See…

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Auf beiden Wegen habe ich 2 volle Tüten Plastikflaschen aufgesammelt, man kann es sich kaum mit anschauen, wie es in dieser unglaublich schönen Umgebung trotzdem viele Leute gibt, die ihren Müll einfachliegen lassen…

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Die hohe Temperatur in Verbindung mit der langen und sehr anstrengenden Wanderung habe ich schon sehr deutlich gemerkt! Beim letzten Abstieg haben die Oberschenken gezittert und ich war ehrlich gesagt froh, ohne Sturz unten zu sein, wenn man hier stürzt, fält man an vielen Stellen um die 100m eine sehr große und grobe Steintreppe hinunter, echt uncool…

Diese Zeilen schreibe ich nun 2 Tage nach der Mauer und kann immer noch nicht wieder anständig laufen, der Muskelkater ist so stark, dass ich kaum die Treppen zur U-Bahn schaffe, es geht nur im Entenschritt…

ABER, dass war es verdammt noch mal wert :-)!!!

Hier die technichen Daten :-):
https://www.polarpersonaltrainer.com/shared/exercise.ftl?shareTag=896732a5423549515b7a4c734cfcb0f6